Mehrwertsteuer in der Schweiz – wie funktioniert sie im Jahr 2026?
Die Mehrwertsteuer in der Schweiz ist eine der wichtigsten indirekten Steuern im dortigen Steuersystem. Jeder Kauf von Waren oder Dienstleistungen im Land unterliegt der Mehrwertsteuer, die der Verkäufer dem Preis hinzufügt und anschließend an die Behörden abführt. Die schweizerische Mehrwertsteuer unterscheidet sich von der in EU-Ländern — in der Schweiz sind die Sätze niedriger. Sie ist kein EU-Steuersystem, sondern ein eigenständiges, durch schweizerisches Recht und föderale Steuerinstitutionen geregeltes System, genannt Mehrwertsteuer, TVA oder IVA je nach Sprache.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in der Schweiz im Jahr 2026?
Der Standardsatz beträgt derzeit 8,1 % für die meisten Waren und Dienstleistungen. Dieser Satz wird zu den meisten Preisen hinzugefügt. Im Vergleich zu EU-Ländern ist das weiterhin niedrig — in Polen beträgt der Standardsatz 23 %, in vielen EU-Ländern 20 % oder mehr.
Mehrwertsteuersätze in der Schweiz – Details
Im Jahr 2026 gelten drei Hauptsätze:
8,1 % Standardsatz für die meisten Einkäufe wie Elektronik, Kleidung, Dienstleistungen oder Bauleistungen.
2,6 % ermäßigter Satz für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen wie Lebensmittel (ohne Alkohol), Getränke, Bücher, Zeitungen, Medikamente oder bestimmte landwirtschaftliche Produkte.
3,8 % Sonderrate für Hotellerie- und Beherbergungsleistungen.
Zusätzlich gibt es in der Praxis Fälle mit faktisch 0 % Steuer, etwa bei Exporten.
Warum gibt es unterschiedliche Sätze?
Der Standardsatz deckt fast alle Güter und Dienstleistungen ab. Ermäßigte Sätze sollen die Steuerbelastung für alltägliche Ausgaben wie Lebensmittel, Medikamente oder Literatur senken. Der Sondertarif für Beherbergung beruht auf politischen Entscheidungen, um den Tourismussektor zu entlasten.
Wie wird die Steuer berechnet?
Die Mehrwertsteuer wird auf jeder Handelsstufe erhoben — vom Produzenten über den Händler bis zum Einzelhandel. Letztlich zahlt sie der Endverbraucher. Unternehmen können Vorsteuer abziehen, müssen dies jedoch dokumentieren. Für kleine Unternehmen gilt eine Registrierungspflicht ab etwa CHF 100.000 Jahresumsatz.
Beispiele
Elektronik im Wert von CHF 1000 kostet mit 8,1 % Steuer CHF 1081.
Lebensmittel für CHF 100 enthalten CHF 2,60 Steuer.
Hotelübernachtungen werden mit 3,8 % besteuert.
Vergleich mit anderen Ländern
In Europa ist die schweizerische Mehrwertsteuer relativ niedrig. In der EU liegt der Mindeststandard bei 15 %, viele Länder wenden 20–25 % an. Die Schweiz setzt bewusst auf moderate Sätze zur Förderung von Konsum und Wirtschaft.
Geplante Änderungen
Es gibt Vorschläge, die Mehrwertsteuer ab 2028 jährlich um etwa 0,8 Prozentpunkte zu erhöhen, vor allem zur Finanzierung von Sicherheits- und Verteidigungsausgaben. Konkrete Entscheidungen hängen jedoch von Politik und Referenden ab.
Bedeutung für dich
Wenn du in der Schweiz tätig bist oder dort handelst, ist die Mehrwertsteuer ein zentraler Faktor. Niedrigere Sätze können Waren günstiger machen, und Sonderregeln für Hotels oder Exporte bringen Vorteile. Der Unterschied zwischen 8,1 % und 20–23 % wie in vielen europäischen Ländern ist deutlich spürbar.
Zusammenfassung
Die Mehrwertsteuer in der Schweiz beträgt derzeit 8,1 % standardmäßig, 2,6 % reduziert und 3,8 % für Beherbergung. Künftige Änderungen sind möglich, doch aktuell gelten diese Werte. Wer sie versteht, kann Kosten besser planen und wirtschaftliche Entscheidungen fundierter treffen.
